Brettspiele im feuchten Keller lagern ohne Schimmel oder Verzug
Wer seine Brettspielsammlung im Keller aufbewahrt, kennt das Problem vermutlich schon aus leidvoller Erfahrung: Hohe Luftfeuchtigkeit lässt Kartons aufquellen, Spielkarten wellen sich, und im schlimmsten Fall setzt sich Schimmel fest. Dabei muss das gar nicht sein. Mit der richtigen Lagerstrategie, bestehend aus Luftentfeuchtung, geeigneten Behältern und ein bisschen Abstand zu Wand und Boden, bleiben Brettspiele auch in einem feuchten Keller jahrelang in Top-Zustand.
Warum Keller besonders problematisch sind
Keller liegen nun mal meist unter der Erdoberfläche, und genau das macht sie zum Risikofall: Die Luftfeuchtigkeit liegt dort naturgemäß höher als im Rest des Hauses. Schwankende Temperaturen, schlechte Belüftung und ab und zu eindringendes Grundwasser oder Kondenswasser sorgen dafür, dass Papier, Pappe und Holzkomponenten regelrecht wie Schwämme wirken. Die Folge kennt wohl jeder Sammler: gewellte Spielpläne, verklebte Kartenstapel und dieser typische muffige Geruch, der einem schon beim Öffnen der Schachtel entgegenschlägt.
Die wichtigsten Maßnahmen gegen Feuchtigkeit
1. Luftfeuchtigkeit messen und kontrollieren
Bevor Sie überhaupt etwas unternehmen, sollten Sie wissen, wie feucht es in Ihrem Keller tatsächlich ist. Ein einfaches Hygrometer, für rund 10 Euro im Baumarkt erhältlich, zeigt die relative Luftfeuchtigkeit zuverlässig an. Werte über 60 % gelten für Papier- und Pappprodukte als kritisch. Für die Lagerung von Spielen sollten Sie 40-50 % anstreben.
- Günstiges Hygrometer in Kellermitte platzieren
- Regelmäßig ablesen, am besten wöchentlich, besonders im Frühjahr und Herbst
- Bei dauerhaft über 60 % konsequent gegensteuern
2. Luftentfeuchter einsetzen
Bei chronisch feuchten Kellern führt an einem elektrischen Luftentfeuchter kaum ein Weg vorbei. Schon ein Gerät mit 10-20 Litern Entfeuchtungsleistung pro Tag reicht für kleinere Kellerräume völlig aus. Ist die Feuchtigkeit weniger ausgeprägt, genügen oft wiederverwendbare Granulat-Entfeuchter, etwa Silikagel-Boxen, die Sie einfach neben die Spielekartons stellen.
3. Spiele niemals direkt auf dem Boden lagern
Der Kellerboden ist die größte Feuchtigkeitsquelle überhaupt, denn Kondenswasser und aufsteigende Feuchtigkeit wirken hier am stärksten. Stellen Sie Regale oder Kunststoffboxen deshalb immer mindestens 10-15 cm über dem Boden auf, zum Beispiel auf:
- Stabilen Metall- oder Kunststoffregalen mit Füßen
- Paletten
- Wandregalen statt Bodenregalen
4. Luftdichte Kunststoffboxen statt offener Regale
Pappkartons sind im Keller keine gute Idee, so simpel das klingt. Pappe speichert selbst Feuchtigkeit und gibt sie direkt an die Spiele weiter. Besser geeignet sind transparente, luftdicht verschließbare Kunststoffboxen mit Clip-Verschluss, die nebenbei auch noch vor Staub und Ungeziefer schützen. Ein kleines Silikagel-Päckchen in jeder Box bindet zusätzlich die Restfeuchtigkeit.
5. Abstand zu Außenwänden halten
Außenwände im Keller kühlen schneller aus und bilden dadurch leichter Kondenswasser. Platzieren Sie Regale mindestens 5-10 cm von der Wand entfernt, damit Luft zirkulieren kann und sich keine kleinen Feuchtigkeitsnester bilden.
6. Regelmäßige Belüftung
An trockenen, milden Tagen lohnt es sich, den Keller zu lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. An heißen, schwülen Sommertagen sollten Sie das Fenster allerdings geschlossen lassen: Dann kondensiert die warme, feuchte Außenluft im kühleren Keller, und das Problem wird eher schlimmer als besser.
Spezielle Tipps für empfindliche Spielkomponenten
- Spielkarten: In separate, verschließbare Kartenhüllen-Boxen packen, idealerweise mit einem kleinen Silikagel-Beutel dazu.
- Holzkomponenten: Nicht in der Nähe von Heizungsrohren oder feuchten Wänden lagern, sonst verzieht sich das Holz mit der Zeit.
- Spielpläne: Immer flach lagern, nie gerollt in feuchter Umgebung, da sich das Papier sonst ungleichmäßig wellt.
Warnsignale erkennen
Riecht eine Spielschachtel muffig oder zeigen sich graue oder schwarze Flecken, ist das ein klares Alarmsignal für beginnenden Schimmelbefall. Dann heißt es schnell handeln: Spiel sofort isolieren, mit einem leicht alkoholgetränkten Tuch abwischen und an der frischen Luft trocknen lassen, bevor es wieder zurück ins Regal wandert.
Fazit
Brettspiele im feuchten Keller zu lagern, ist kein Drama, solange Sie ein paar Grundprinzipien beachten: Luftfeuchtigkeit messen, bei Bedarf einen Luftentfeuchter einsetzen, Spiele erhöht und mit Abstand zur Wand aufstellen und luftdichte Kunststoffboxen statt Pappkartons verwenden. Mit diesen einfachen, aber wirksamen Maßnahmen bleibt Ihre Sammlung dauerhaft vor Verzug und Schimmel geschützt, und spielbereit, sobald Sie wieder Lust auf eine Partie haben.